Evangelische Kirchengemeinde Castrop-Rauxel-Nord

Emscherkreuz 12

15.02. - 14.06.2021

 

Auf ein neues "Ja"


Silvester 2020. Raketen fliegen in die Luft, Böller knallen. Aber deutlich weniger als sonst. Draußen vor der Haustür lichtet sich der Qualm schnell. Schon weit vor 2 Uhr morgens kann man wieder atmen, ohne dass die Lunge brennt. Hätte ich nicht für möglich gehalten, dass diese für viele unverzichtbare Tradition Silvester 2020 verzichtbar geworden ist (oder werden musste, weil kein eiserner Böllervorrat auf dem Dachboden lag).

Traditionen und Gewohntes – gerade an den Feiertagen fällt auf, wie wenig selbstverständlich das Selbstverständliche in diesen Tagen ist. Singen im Weihnachtsgottesdienst, Bescherung mit der ganzen Familie, Anstoßen mit den Nachbarn. Und das ohne schlechtes Gewissen und ohne Angst. Wie sehr ich mir das für 2021 wünsche, war schon vor dem Neujahrsmorgen klar. Und doch trifft mich die Erkenntnis an diesem Morgen mit voller Wucht: Es wird erst einmal so weiter gehen wie bisher. Die Infektionszahlen sind hoch und bis Impfungen irgendetwas besser machen, wird es dauern. Noch Wochen und wohl auch Monate. 

„Ja“ sagen zum neuen Jahr. Die Zuversicht behalten, das Positive in den kleinen Momenten finden, an eine Zeit danach glauben, in der Worte wie „immer“, „normalerweise“ und „geplant“ wieder einen Sinn machen. Das ist in diesen Tagen nicht leicht. Auch für uns als Emscherkreuz-Redaktionsteam nicht. Denn wir möchten der Gemeinde mitteilen, was in den nächsten Monaten geplant ist, wozu herzlich eingeladen wird. „Wissen wir denn jetzt schon, ob das dann stattfinden wird?“, haben wir uns immer wieder bei den Redaktionssitzungen gefragt. Und die ehrliche Antwort: Nein.

Denn vieles wurde in den vergangenen Monaten abgesagt, verschoben, umgeplant. Die Gottesdienste an Weihnachten waren anders als gedacht. Wo in dieser spontanen, neuen Gestaltung auch Chancen entdeckt wurden, berichtet Pfarrer Dominik Kemper (Seite 18). Auch die Konfirmationen wurden 2020 nicht in der gewohnten Form gefeiert, wie Ex-Konfirmandin Marja Dreyer erzählt (Seite 16). Was morgen, in den nächsten Wochen, in den kommenden Monaten möglich ist, wird sich immer wieder neu entscheiden. Deswegen bitten wir Sie, die Internetseite unserer Gemeinde im Blick zu behalten unter www.evangelisch-cas-nord.de und einen Blick zu werfen auf „Kirche trotz Corona“ (Seite 10).

Bleiben Sie gesund!

Jennifer Uhlenbruch für das Redaktionsteam "Emscherkreuz"

"Emscherkreuz"

Warum der Name?

Man kommt nicht dran vorbei.
Man kommt nur drüber.
Über die Emscher.
Wer auf dem Gebiet der Kirchengemeinde, den Ortsteilen Habinghorst, Henrichenburg und Ickern, von A nach B möchte, der muss sie überqueren.
Immer wieder.
Ob an Herderstraße, Borghagener oder Wartburgstraße, vorbei am Düker,
man kommt nicht dran vorbei.
Man kommt nur drüber.
Und rechts und links der Emscher wohnen die Menschen, die zur Evangelischen Kirchengemeinde Castrop-Rauxel-Nord gehören.
Und zur Kirche gehört das Kreuz.
Man kommt nicht dran vorbei.

Emscherkreuz.
Doppeldeutlich.
Absichtsvoll.